
Wir sind Kinder, Jugendliche und (ungern) Erwachsene, die genug davon haben, von der Gesellschaft nicht ernst genommen zu werden. Wir wollen über unsere Lage aufklären und sie verbessern. Einige von uns lagen / liegen auf der Straße. Deshalb haben wir uns zusammengetan und Räume angemietet. Dort können wir wohnen und uns treffen. Wer kann, versucht dort in bester Absicht, ohne Chefs, ohne Erziehungsgewalt und ohne gegenseitige Ausbeutung zusammen zu leben und zusammen zu arbeiten. Der Glaube ( die Religion) von grenzenlosem Wachstum macht die Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen nur noch zu einer Frage der Zeit. Wir wollen kein "Wirtschaftswachstum". ( immer mehr herstellen und besitzen). Wir wollen keinen Wirtschafts- "Gewinn" in die eigene Tasche. Wir sind gegen den weltweit tobenden Erziehungskrieg, der, wie wir ihn wahrnehmen, in der Hauptsache Entmündigung, Bevormundung, soziale Kälte, kein Interesse am Nächsten, Konsumwahnsinn und kaum noch rückgängig zu machende Naturzerstörungen verursacht. Durch die Herstellung von immer mehr Luxus- und Massenkonsumgütern werden Besitzneid und Ungerechtigkeiten immer größer, die Ausbeutung ganzer Länder verstärkt, und die Erde Schritt für Schritt in eine Wüste verwandelt. Wir vertrauen auf unserer Hände Arbeit. Wir werden seit Jahren weder vom Staat, noch von irgendwelchen anderen Organisationen unterstützt, weil die meisten ihre Unterstützung mit Bedingungen verbinden, die wir nicht akzeptieren können. Diese Bedingungen haben mit der Aufrechterhaltung von wirtschaftlicher Macht, mit Kontrolle, Lügen, Gewalt und Macht über Kinder zu tun. Wer Gelder für ein soziales Engagement unserer Art bekommen will, darf bestimmte Meinungen (Kritik) nicht äußern und bestimmte Formen von Hilfe nicht leisten. Flüchtlingen aus Heimen gegenüber werden "Privatpersonen" gezwungen, Hilfeleistungen zu verweigern: wer nicht "autorisiert" ("befugt") ist, "ausgerissenen" Kindern und Jugendlichen Unterschlupf zu geben und es dennoch tut, muss mit Gefängnis bis zu 5 Jahren rechnen. Fluchtrecht Weil wir flüchtende Kinder nicht abweisen, befinden wir uns selbst in einer "Grauzone" zwischen "Legalität" und "Illegalität". Dies ist unsere Grundsituation. Viele Kinder und Jugendliche flüchten lieber zu uns oder verbringen ihre freie Zeit mit uns, als sich irgendwelchen "Sozialarbeitern" anzuvertrauen. Die Diskriminierung oder Kriminalisierung unserer Flüchtlingshilfe kann das Vertrauen in die so genannten "christlich abendländischen" Grundwerte vollkommen erschüttern. Man muss dann auf der Hut sein vor Wut und Verachtung gegenüber denjenigen, die die Flüchtlingssituationen für Kinder in Deutschland Jahr für Jahr gesetzlich zulassen und gleichgültig scheinen gegenüber den Folgen. Unser oft ohnmächtiger Hass, unsere Gedanken und Gefühle und auch unsere politischen Forderungen sind schwer nachvollziehbar, wenn Mensch noch niemals selbst Flüchtlingskinder aus Heimen oder Psychiatrien bei sich zu Hause beherbergte, die Polizei vor der Tür stand, wenn Mensch die Situation noch nie miterlebt hat, in der Kinder wie Freiwild der Staatsgewalt gegenüber ohne jegliche Rechte ausgeliefert sind.
Jede- r kann gern bei uns vorbeikommen, die / der
sich ein reales Bild von der Situation machen will. Niemand sollte uns
falsch verstehen: wir wollen niemand vorschreiben, so zu leben, wie wir,
wir wollen niemand psychisch belasten, anklagen oder bestrafen, aber es
geht uns um eine scharfe und grundsätzliche Kritik an der kinderfeindlichen
"Erwachsenengesellschaft"...Aber diese Kritik ist für uns
kein bloßes, sprachlich "korrektes" Lippenbekenntnis,
sie ist nicht unbegründet, und auch keine "nicht ernst zu nehmende
Beschimpfung ausgeflippter Chaoten", sondern sie ergibt sich aus
jahrelangen realen Erfahrungen mit der Staatsgewalt, insbesondere dem
Jugendamt und hat schwerwiegende Konsequenzen für unser gesamtes
Leben. Wir leben von gespendeten Flohmarktsachen. Um sie - bei jedem Wetter - abzuholen und zu verkaufen, brauchen wir vor allem Helfer- Innen, ein großes stabiles Zelt und einen Bus oder einen LKW. ( Wer weiß einen "Doppelkabiner" für uns ? Noch nie konnten wir uns beides - obwohl dringend benötigt - finanziell leisten. Für diese und andere dringenden Dinge, (z.B. für Miete oder Rechtshilfe) haben wir für einmalige und für regelmäßige Unterstützer- Innen ein Spendenkonto eingerichtet. Ein kleiner Gebraucht - Fahrradladen befindet sich ebenfalls in unseren Räumen. Kunden für günstige Räder gibt's im Überfluss, nur fehlen uns Menschen, die den hiesigen Bedingungen nicht ausweichen, sondern sich ihnen stellen, Öffentlichkeitsarbeit machen, gespendete Fahrräder abholen, mit uns zusammen schrauben und auch bereit sind, alles in eine gemeinsame Kasse zu legen. Wir haben ein Nottelefon rund um die Uhr. Wir bieten Schlafplätze für Menschen, die vom Jugendamt, von Lehrern, Heimen, Psychiatrien, Eltern und aufgrund ihres Alters oder ihres "Verhaltens" nicht ernst genommen, entmündigt oder verfolgt werden, die aber alle Hilfsangebote der offiziellen "Jugendhilfe" ablehnen. Wir unterstützen Kinder und Jugendliche, die gegen ihren Willen von zu Hause weggeholt werden ("Maßnahmen der sogenannten "Jugendhilfe"), oder im Heim eingesperrt sind, helfen ihnen bei Gerichtsverfahren und machen ihren Fall auf Wunsch auch öffentlich. Wir besorgen Anwälte, Gutachter, Wohnraum, bei Auflagen auch Betreuer- Innen für Leute, die in der Psychiatrie sitzen, denen z.B. die Selbstbestimmung oder das Sorgerecht "geklaut" wird, oder die für ihren Einsatz für andere politisch verfolgt werden. Manche Kinder und Jugendliche sitzen nur deshalb im Jugendarrest oder werden im Heim oder in der Psychiatrie eingesperrt, weil sie die Schulpflicht verweigern! Schulpflicht abschaffen Diese Entwicklung wird sich unserer Meinung nach mit der Einführung von immer mehr Ganztagsschulen enorm verstärken. Der Unterschied, sich darin genauso zu fühlen wie im Heim, ist sicher in vielen Fällen nicht sehr groß. Ob und wie gut wir eine Unterstützung hinbekommen, hängt völlig davon ab, wie viele wir sind, ob wir die damit verbundenen Anstrengungen durchhalten, ob die Betroffenen selbst aktiv werden, ob genug Geld dafür zusammenkommt, ob wir öffentlich wahrgenommen werden, ob wir Verbündete und Mitstreiter - Innen finden. Dabei helfen uns auch unsere Spuckis (Aufkleber), auf denen wir einerseits die Wut auf unsere Diskriminierung (gesellschaftliche Herabsetzung) zum Ausdruck bringen, andererseits aber auch eine Möglichkeit sehen, die Aufmerksamkeit der unseren Problemen gegenüber gleichgültigen Gesellschaft zu erwecken und eine öffentliche Diskussion zugunsten von Kindern, Jugendlichen und ihren e c h t e n Rechten zu erreichen. ( In Abgrenzung zu pädagogisch vorformulierten und unserer Meinung nach weitgehend vorgetäuschten, an staatliche Interessen angepassten "Kinderrechten") Wir versuchen, aus der Sicht der Betroffenen ihre Interessen zu unterstützen. Wir kritisieren die UN-Kinderrechte Charta, weil sie aus der Sicht von Erziehenden vorgefertigte, zum großen Teil völlig verdrehte und verfälschte Definitionen von "Kinderrechten" enthält. Die "UN- Kinderrechte" sind so formuliert, dass sie die gesetzlich bestimmte Erziehungsgewalt- Ausübung (die Gewalt von Jugendbehörden, Gesetzen und - Ämtern gegen Kinder) unangetastet lassen. Dadurch bleiben Kinder nach wie vor den Interessen und der Verfügung von Erwachsenen unterworfen und ausgeliefert. Jeden Tag werden deshalb Millionen Kinder ihrer Rechte beraubt. Woher nehmen die Erwachsenen ihr "Recht" dazu?
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Nicht jede -r will gern "erwachsen" werden oder sein! "Erwachsen sein" heißt in dieser Gesellschaft, sich im Rahmen von vorgegebenen (oft kinderfeindlichen) Verhaltensweisen und Werten zu bewegen, die wir nicht akzeptieren. Dazu gehört, dass viele Erwachsene meinen, sie seien "mehr wert ", "schlauer" und "vernünftiger", sie wüssten deshalb, was gut und richtig für andere sei, und dass "Kinder" erst ab 18 "vollständige" ("reife") Menschen wären. Weil unsere Kultur selbstbewusste*** und eigenständige Kinder und Jugendliche entmündigt, demütigt und in die Enge treibt, ist für viele das Leben schon vor dem 18. Geburtstag zu Ende. *** Hier ist ein Selbstbewusstsein gemeint, welches sich mutig jeder Form von Erziehungsgewalt und anderen Formen von Gewalt entgegen stellt, nicht ein "Selbstbewusstsein", das Wertvorstellungen von Erwachsenen "wiederkäut", die von Erziehenden verbreitet werden, damit ihr Gewaltsystem akzeptiert wird und innerhalb dieses Systems "Selbstsicherheit " gezeigt werden kann. Wir
wollen "individuell" (selbstbezogen), und gleichzeitig sozial
aktiv sein. Wir wollen, dass NIEMAND mehr ausgenützt, ausgegrenzt
oder eingesperrt wird. Wir wollen für Alle eine Liebe - bejahende,
und auch eine "vergebende" Gesellschaft, ohne Strafen, ohne
Erpressung und ohne (Gewalt gegen) Gewalt, in der Kinder und Jugendliche
endlich etwas zu sagen haben, in der es Absprachen und Freiwilligkeit
gibt, statt "Abstimmung", "Mehrheiten", "Minderheiten"
und Bevormundung. Eine ideale Gesellschaft wäre unserer Meinung nach
eine solche, in der jeder Mensch die Mitverantwortung nicht nur für
das eigene Handeln, sondern auch für das Handeln von anderen Menschen
mit übernimmt (in der sozusagen jede- r mit aufpasst, dass niemand
sonst wohin abgeschoben oder an Liebe entzogen wird und dass keine materielle
Not, kein Überfluss und keine Bedrohung von und für andere entsteht).
ntmündigt, demütigt und in die Enge treibt,
iem 18. Geburtstag zu E Auch, wenn es schwer ist, und für viele undenkbar ist, mit Millionen Menschen eine Absprache über alle menschlichen Grundbedürfnisse zu erreichen, eines ist sicher: Nur da, wo Freundschaften bestehen, und die Leute eine Atmosphäre vorfinden, in der sie sich aus ihren Ängsten heraustrauen, kann Vertrauen entstehen, kann autoritäres Verhalten und Ausnutzung Schwächerer abgebaut und verhindert werden, können sich gemeinsame Ziele entwickeln, ist die Voraussetzung für gemeinsame Entscheidungen und Absprachen geschaffen. Die Frage ist nur, ob nicht umgekehrt der Verfolgungsdruck auf derartige Ziele und Projekte so groß sein kann, dass streckenweise (unter Umständen viele Jahre hindurch)eine entspannte Atmosphäre überhaupt nicht entstehen kann. Hunger, Zwänge und Autoritäten, Gesetzesgewalt, Kriege und Kapital bestehen, weil sich die meisten einzelnen Menschen ihrer freiwilligen UND eigentlich selbstverständlichen Verantwortung und Mitbeteiligung an der weltweiten im Idealfall kostenlosen Grundversorgung für andere Menschen kriminell entziehen.
MMenschen haben, ohne sich dies bewusst zu machen, ähnliche (die gleichen?) Grundbedürfnisse. Millionen haben gemeinsame Interessen und Ziele, die gemeinsam angestrebt werden könnten. Was fehlt, ist das Selbst- Bewusstsein davon, dass der Weg zu mehr Freiheit nur über ein Zusammenleben in größeren Gruppen von gleich gesinnten Menschen mit gemeinschaftlichem Handeln führt. Fast alle Menschen werden durch Altersschranken, durch tägliche Schufterei, isolierte Berufskarrieren, Manipulation und Werbung, durch Beeinflussung in den Medien und durch ein abgeschirmtes Privatleben von einander getrennt ! Die Fähigkeit, ohne Chefs in einem Kollektiv zu leben und zu arbeiten, ist vielen verloren gegangen. Die "Freiheit" und das "Glück" Einzelner beeinflusst das Schicksal anderer nicht automatisch positiv. Im Gegenteil ! So seltsam es klingt, aber ein "privates Glück" kann zum Beispiel regelrechte Beziehungskriege,"Eifersucht" und völlige Verlassenheit Dritter auslösen.
Beziehungskriege und ihre Opfer: Kinder und Haustiere Bei fehlender Einigkeit und Absprache und Verständigung über Ziele entstehen auch in eigentlich selbstbestimmten Strukturen leicht autoritäre Strukturen (Machtkämpfe - "einer gegen alle" oder "alle gegen einen"). Dies ist dann möglich, wenn z.B. einzelne zu wenig Einfühlung und Verständnis für ( die Probleme und das "Tempo") anderer aufbringen, sich arrogant oder zu stark in Szene setzen, wenn sie ihren Erfahrungsvorsprung, die Not oder die Sehnsucht anderer nach Freiheit für die Befriedigung ihrer eigenen Machtansprüche ausnutzen, ihre eigenen Ziele nicht selbst genau kennen oder erklären. Autoritäres Verhalten wird aber auch erzeugt, indem Einzelnen zu viel Verantwortung aufgelastet wird, manche Mitglieder- Innen in einem Kollektiv nicht wissen, oder nicht damit rausrücken, was sie genau wollen, sich Verantwortung nicht zutrauen, etwas ganz anderes wollen, als andere - und damit zufrieden sind, wenn sie "Mitläuferrollen" einnehmen. Entschlossenheit und
"Radikalität" kann leicht als "autoritäres"
Verhalten missverstanden und verleumdet werden, wenn sie nicht von allen
geteilt und mitgetragen wird. Es ist besser, ein Kollektiv (eine Gruppe)
aufrecht, glaubwürdig und möglichst ohne Hass zu verlassen,
das heißt, selbst eine andere Gruppe mit möglichst ähnlichen
Selbstverständlichkeiten und Grundvereinbarungen aufzubauen, wenn
man in der alten Gruppe mit einigen Personen nicht klar kommt oder sich
wirklich nicht über Ziele verständigen kann. Es ist irgendwann
sicherlich verhängnisvoll, Ziele einer Gruppe mitzutragen, die einem
zwar "Bequemlichkeit", Geborgenheit und andere scheinbare existenzielle
Vorteile bringen (man hat ja "alles", essen, trinken, schlafen
usw.) die man aber in Wirklichkeit inhaltlich überhaupt nicht mitträgt. Wenn Menschen von der Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse abgehalten werden, ist das nicht zu ihrem "Wohl" oder zu ihrem "Schutz", sondern zuallererst menschenverachtende G e w a l t. Erst durch die Verwirklichung a l l e r grundlegenden Menschenrechte, auch für Kinder und Jugendliche, kann eine echte Selbstbestimmung, ( Mitsprache und Absprachen in allen Lebensbereichen) weitgehend unabhängig vom Alter, von der Herkunft, vom Geschlecht, oder von der sozialen Lage erreicht werden. Unsere Philosophie Wir würden außer Projekten in der Stadt am liebsten auch Kinderrechte- Projekte auf dem Land und am Meer aufbauen, doch es fehlen viele Leute dafür. Es gibt überall Räume und Grundstücke, die leer stehen und brachliegen. Von wegen "Arbeitslosigkeit"! Überall fehlen Aktivisten, und damit Zeit und Geld, um sinnvolle Arbeit zu machen, die wirklich etwas bringt. Gesellschaft verändern, heißt für uns: arbeiten und menschlich handeln mit einem eigenen Selbstbewusstsein, aus Überzeugung und aus einer Selbstverständlichkeit heraus, nicht in erster Linie, um "Lohn" oder andere Vorteile dafür zu bekommen. Ein garantiertes Mindesteinkommen für alle, auch für Kinder und Jugendliche, solange Geld die Welt (noch) regiert, könnte diese Utopie (diesen Traum) einer Verwirklichung näher bringen. Einen Bauernhof würden wir gern mieten, auf Rentenbasis ( Miete als Kaufpreis ) erwerben, oder uns schenken lassen. Dort könnten wir arbeiten, uns weitgehend unabhängig am Leben halten, dort könnten wir noch viel mehr als bisher hinter Mauern Eingesperrte aus Heimen, Psychiatrien usw. herausholen und mit ihnen eine Existenz - Alternative aufbauen. Nicht nur in Deutschland. Dafür suchen wir Freunde, die sich längerfristig - nicht nur durch ein Abstand haltendes: "Bravo Leute, weiter so" auf uns einlassen und uns unterstützen |