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Schulen sind jugendgefährdende Orte
In
den kommenden Jahren sind immer mehr spektakuläre, von den
Medien ausgeschlachtete Gewaltfälle, so genannte "Amokläufe"
zu befürchten. Todesfälle von Kindern auf der Flucht vor
so genannten "Jugendhilfemaßnahmen" sind ebenso
zu befürchten, wie Opfer unter Erwachsenen, die von Jugendlichen
angegriffen werden, weil sie diese für ( mit-)verantwortlich
an ihrer gesellschaftlichen Situation halten.
Es
ist weiterhin zu erwarten, dass bei solchen Taten leider weitgehend
tot geschwiegene und öffentlich uneingestandene, (aber nicht
gerade unbegründete) "Bedürfnisse" nach Rache
eine wichtige Rolle spielen. Der angebliche "Amoklauf"
von Erfurt sieht aber eher wie ein gezielter Rachefeldzug
aus. Tatsache ist, dass in Deutschland "Amokläufe"
auffällig oft in Schulen stattfinden. Seelische und körperliche
Demütigungen, Hänseleien und Gefühls- Kränkungen
(z.B. bloss stellen "schlechter" Schüler vor anderen
Schülern und Eltern, "sitzenbleiben", unfreiwilliges
"von der Schule fliegen", aber auch die eigene Sexualität
nicht zeigen und leben zu dürfen) stellen nicht ernst genommene,
öffentlich unterschlagene Ursachen für die meisten
rachebedingten Gewalttaten von Schülern an anderen Schüler-
Innen und Erziehenden dar.
Diese
blutigen Fälle, bis hin zu Mord und "Selbstmord",
ereignen sich immer wieder im Zusammenhang und in der Folge ganz
"normaler" und legaler pädagogischer Zurichtung und
Auslese. Angriffe auf Lehrer- Innen und Mitschüler- Innen sind
Zeichen, durch die Jugendliche leider viel zu spät über
ihre seelische Misshandlung durch diese, sowie über ihre rechtelose,
demütigende und hoffnungslose Lage Auskunft geben. In diesem
Sinne sind sie (nicht ohne Grund) von der "bürgerlichen"
Leistungsgesellschaft abgekehrte Erziehungsgewalt- Opfer, bevor
sie selbst zu Tätern werden.
Viele
aufgeschreckte Erziehende weigern sich hartnäckig, (ihren eigenen
Beitrag zur) Gewalt der Erziehungsgesellschaft zum Thema zu machen.
Sie sind selten in der Lage, ihre eigene oft verlogenen auf einer
Doppelmoral aufgebauten "bürgerlichen" Lebensweisen
zu hinterfragen und zu kritisieren. Sie sind nicht bereit, die Diskussion
über die Ursachen des schrecklichen Geschehens in Erfurt so
zu führen, dass ihre eigene "zivilisierte" Alltags-
Maskierung zum Vorschein kommt und von ihren pädagogisch geschminkten
Gesichtern entfernt werden kann.
Was
die Erfurter Tat besonders grausig macht, ist dass vielen Menschen
angeblich die Worte (die Informationen) fehlen
(sollen?),
die
Taten erklärbar zu machen. Deswegen bedrohen solche Taten massiv
unser eigenes "zivilisiertes" Selbstbild, das uns bisher
das beruhigende Gewissen verlieh, so leben zu können wie wir
leben - nämlich, wenn überhaupt zusammen mit Kindern,
dann in Erziehungsgewaltverhältnissen....
Kaum
jemand achtet darauf, wie in dieser Gesellschaft mit "Schwächeren"und
ausgegrenzten Menschen umgegangen wird. Kinder werden in Deutschland
zu tausenden von lieb gewonnenen Bezugspersonen wie Müttern
oder Vätern, die sich getrennt haben oder von Freunden von
Kindern brutal getrennt. Dies fällt nicht schwer, wenn die
Person, die ein Kind nicht zum anderen Menschen gehen lassen will,
das Sorgerecht", das "Umgangsrecht", bzw. das "Aufenthaltsbestimmungsrecht"
ausüben darf. Bis es soweit ist, dass die Gerichte in der Regel
noch immer einer Person (fast immer den Eltern oder dem Jugendamt)
das "Sorgerecht", übertragen, müssen alle denkbaren
Verleumdungen über die andere Person herhalten, um ihr Umgangsrecht
(das Besuchsrecht und das Aufenthaltsrecht der Kinder !) einzuschränken
oder zu zerstören. Auch im Spannungsfeld dieser Entrechtung,
können Kinder und Jugendliche in "amokförmiger"
Weise ausrasten, Gewalt gegen sich selbst oder andere richten, wenn
ihnen z.B. eine Gerichtsentscheidung eine geliebte Bezugsperson
nimmt.

folge
Deinem Gewissen
und dem was
Du
siehst
aber
nicht dem, was
die Leute sehen und über Dich
oder mich reden
um
uns auseinander zu bringen
Die
Leute schminken sich
um "Schönheit" und Verantwortlichkeit vorzutäuschen
aber nur von außen
Doch
eine Seele läßt sich
niemals schminken
Die
Erfurter Tat setzt einen vorläufigen Schlusspunkt unter die
Auffassung, nur Erwachsene können Macht auf Kinder und Jugendliche
ausüben und sie in extremen Konfliktsituationen direkt oder
indirekt zu Tode bringen. Seit der Erfurter Tat müssen nun
auch Erwachsene verstärkt damit rechnen, dass (von ihnen ?)
erzogene Kinder Macht über sie bekommen und Angriffe gegen
ihr Leben richten. Deshalb wird von vielen Medien die "beruhigende"
Parole ausgegeben: "wir sind alle tief betroffen, aber wir
verstehen diese Tat nicht, wir haben dafür nicht einmal die
richtige Worte "und :"das Thema taugt nicht zum Streiten
in Zeiten der Trauer und des Wahlkampfes". Die eher ungemütliche
Wahrheit über die gegenwärtige Situation aber ist eher
diese :
"Was
man nicht begreifen oder zugeben will,
darüber darf nicht gesprochen
werden"
Was
auffällt, sind angesichts des Massakers in Erfurt die Versuche,
die Taten des Amokläufers als "unerklärbar"
hinzustellen. Die Medien verlangten regelrecht in erstaunlicher
Übereinstimmung, keine Worte für die Gründe für
die Handlungen des "Amokläufers" zu finden. Solche
Täter sind das "leibhaftige" Böse schlechthin
und ihre Handlungen, "die niemand erklären kann",
" für die alle Erklärungen versagen", "deren
Gründe wir nicht begreifen können", "sprechen
für sich"...Ihre Taten "erklären" bereits
alles, was sie sind. Und deshalb ist dennoch (bereits vor?
und) nach ihrer Tat keine Krankheitszuweisung, keine Demütigung
und keine Bestrafung zu hart.
Auch
an Lösungsvorschlägen für Gewalt hat sich im Laufe
der Jahre wenig geändert: Auge um Auge, schneller, härter
und länger bestrafen und einsperren, jetzt: lebenslänglich
verwahren und (z.B. in Frankreich demnächst?) die Todesstrafe.
Dazu: mehr Kontrollen an den Schulen, mehr Beschneidung der Meinungs-und
Pressefreiheit, usw.
Der
"ganz normale" tagtägliche Erziehungsgewalt- Wahnsinn
ist ein schwer wiegender Faktor für (die Entstehung von) Seelenmord
und Mord, ausgeübt zuerst an und (in der Folge )von
denen, die Erziehungsgewalt am wenigsten verkraften. Die Gewalttaten
der "Amokläufer" werden von den meisten "Experten"
in den Medien so dargestellt, dass die "harte Hand" der
Erziehenden außerhalb und innerhalb von Schulen als Auslöser
oder Motiv für derartige Racheakte überhaupt nicht zur
Diskussion steht. Es spielt keine Rolle in der bisherigen Diskussion,
wie brutal manche sensible oder "zerbrechliche" Jugendliche
erzieherische Strenge empfinden und deshalb zunehmend auch
entsprechend brutal darauf reagieren. "Die Schule muss auch
Druck ausüben und die Lehrer können nicht immer nur nett
sein" (Nürnbergs ehemaliger Stadtschuldirektor und zukünftiger
Schulreferent).
Mit
jedem spektakulären grausamen Verbrechen an (und von) Erwachsenen
von (und an) Kindern und Jugendlichen ziehen (un-)verantwortliche
Medien, Berufspolitiker und Psycholog- Innen ihren Profit aus der
aufgeschreckten Öffentlichkeit.
Verschiedene
an den gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen maßgeblich
Mitbeteiligte
"Expert-
Innen" aus dem Erziehungsbereich treten stets nach "Amokläufen"
(ihrer eigenen Produkte?) als besorgte und fürsorgliche "Retter",
"Helfer" und "Tröster" auf. Die unmittelbaren
Rettungs - Heldentaten beherzter und mutiger Berufskollegen sind
anerkennenswert, aber wer von ihnen legt den Finger auf die Wunden
der Erziehung als mögliches und tatsächliches Gewaltverhältnis
schlechthin, durch das sich derartige Tragödie überhaupt
erst ereignen können?
Zur
Ablenkung von der "peinlichen" Diskussion über Ursachen
werden bundesweite Diskussionen über Gewaltvideos, Waffenscheine,
"Schiessalter" und "natürlich" verstärkte
Kontrolle, Sicherheit angeleiert. Mit Ursachenerkennung und Ursachenbehebung
allerdings hat dies nichts zu tun! Im Gegenteil! Glaubt Herr Schily
etwa, mit der Anhebung des "Volljährigkeitsalters"
oder die Wiedereinführung von geschlossenen Heimen den Frust
und den Hass von Jugendlichen vermindern zu können? Im Gegenteil:
Frust und Gewaltreaktionen würden bei jedem noch stärkeren
Eingriff in das Leben von Betroffenen noch heftiger werden! Das
"Volljährigkeitsalter" müsste demnach logischerweise
nicht heraufgesetzt, sondern herabgesetzt werden!
Es
ist zu befürchten, dass anlässlich der spektakulären
Gewalttat in Erfurt nun noch viel weiter gehende Befugnisse für
Pädagog- Innen und Psycholog- Innen durchgesetzt werden sollen.
Die "Durchpädagogisierung" des
gesamten Tagesablaufs von Kindern und Jugendlichen zur Disziplinierung
zur Kontrolle und Aufrechterhaltung von Schulzwang und Gewöhnung
an fremdbestimmte Arbeit scheint das Ziel zu sein. So wird mit Gewalt
ein Leben vorprogrammiert, das bis ins hohe Alter aus staatlich
und pädagogisch vorgeschriebenen Abhängigkeiten und Arbeitszwängen
bestehen soll.
Schule,
Sozialarbeit und Psychologen erfahren mit jeder Gewalttat keine
Abwertung, sondern stets eine neue Aufwertung ihres Vorgehens. Je
nach Schwere der Taten einzelner Produkte der westdeutschen "Betonkopfpädagogik",
an deren Folgen immer mehr Kinder und Jugendliche ausrasten, erfolgt
die Zuweisung ihres Grades angeblicher "seelischer Abartigkeit"
und "Verrücktheit" auf dem Fusse: "der Täter
muss psychisch krank sein.","seine Gene haben einen Defekt",
"gesunde Menschen aus guten Verhältnissen tun so etwas
nicht."
Doch
auch in so genannten "guten" Verhältnissen lässt
sich der Hass auf eine oft als "übermächtig"
empfundene "fürsorgliche Belagerung" nicht ständig
verbergen. Hass wird, bevor er "explodiert", bei "gut
erzogenen" Jugendlichen oft nur länger mit sich herumgetragen
und in sich hineingefressen, als bei jenen, die aus so genannten
"kaputten" Verhältnissen kommen. Das "gute Benehmen"
in bestimmten Kreisen verlangt stets eine "freundliche Miene"
zum bösen Spiel, zum inneren Gewaltaufbau aus HASS.
Abgesehen
davon, dass jede Form von Gewalt und Mord - auch staatliche Gewalt
- abzulehnen ist, darf die Diskussion über eventuell "unbequeme"
Ursachen dafür nicht auch noch abgetötet werden. Die Angst
von angesehenen Gesetzemachern und Persönlichkeiten in Politik
und Gesellschaft ist zu groß, für ihren Beitrag zu den
Gewalthandlungen einzelner Jugendlicher zur Verantwortung gezogen
zu werden, als daß sie die Diskussion über institutionelle
(behördliche und Staats-)Gewalt zulassen. Die Folge: die tagtägliche
Programmierung von Frustration und Verletzungen von immer mehr Kindern
und Jugendlichen kann nicht aufgedeckt und gestoppt werden.
Wie
tief diese Verletzungen sitzen, kann Mensch daran erkennen, daß
nicht einmal noch größere Katastrophen als in Erfurt,
zum der New Yorker Massenmord, oder ein Krieg Anlass geben, die
durch pädagogische Versklavung und Entmündigung eingeleiteten
schweren Verletzungen von Kindern und Jugendlichen (nicht als "Einzelfall",
sondern als massenhaft auftretendes Ereignis) zu erkennen und- wenigstens
im eigenen Land - aufzuarbeiten und aufzuheben. Über eine grundsätzliche
Gewalterzeugung und - Bereitschaft zig Tausender im Verhaltenskorsett
von Zwangsfamilie und - Zwangsschule jahrelang festgehaltener und
seelisch gefolterter "Minderjähriger" wird in der
Debatte über die Ursachen von "Amokläufen" nicht
gesprochen. ("Wer jetzt, angesichts des Massakers in Erfurt
Worte findet und mit "vorschnellen" Lösungsvorschlägen
daherkommt, handelt pietätlos (unfromm)." "Vielleicht
gibt es ja im tiefsten gar keine Erklärungen." ( Letzteres
geäußert von einem Pfarrer bei einem Gedenkgottesdienst
in Erfurt)
"Normal"
sein" heisst heute, gesellschaftlichen Erfolg um jeden Preis
und auf Kosten anderer (im äussersten Fall auch über den
Tod anderer) durchzusetzen. Was dies in absehbarer Zeit für
die Erwachsenenwelt bedeuten könnte, dass sie all diejenigen
entmündigt, und "links liegen lässt", die sich
nicht in ihr normierendes Gewaltsystem einfügen, lässt
sich nur ahnen. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, dass
nun weltweit immer mehr "Versager" und "Looser"
(Verlierer) nach "Erfurter Modell"ausrasten" und
Rache nehmen...
Wer
hat denn jemals vorher darüber geredet, was geschieht, wenn
Kinder versuchen, aus den für sie unerträglichen Verhältnissen
zu flüchten? Wer sprach je über ihren "vogelfreien"
Status und den rechtsfreien Raum, in den sie fallen, wenn sie (un-)freiwillig
die Schule ohne Abschluss verlassen (müssen oder) wollen oder
versuchen, durch "Ausreißen" den Fesseln ihrer pädagogischen
Gefangenschaft in Familien, Pflichtschulen und Heimen zu entkommen?
Wer kennt die Kinder, die auf der Flucht vor dem Jugendamt oder
vor dem Heim ums Leben kamen? Wer hat jemals über die mit Psychopharmaka
voll gestopften Schulverweiger- Innen in den Psychiatrien und Erziehungsheimen
gesprochen? Über den unfreiwilligen Rausschmiss aus Schulen
und durch Einweisungen in Heime und Psychiatrien werden
ganze Lebensläufe
zerstört.
Durchsetzung
von gesellschaftlichen Erfolgserlebnissen und Anerkennung um
jeden Preis ist die Devise. Wer nicht "mithalten"
kann oder die Regeln in diesem brutalen "Spiel" nicht
(aner-)kennt, bekommt selten Tipps und Alternativen aufgezeigt,
wo sie /er auf nicht- pädagogische Weise aufgefangen werden
könnte und wo und wie sie / er anders leben kann. Und dann
wundern sich die Leute, wenn viele aus Verzweiflung und Ohnmacht
zur Gewalt greifen!!
Statt
sich darüber Gedanken zu machen, wie der brutale Verfolgungsdruck
von Eltern, Polizei, "Jugendhilfe" und "Jugendschutz"
auf schuleüberdrüssige aussteigende und "ausgerissene"
Kinder und Jugendliche vermindert werden könnte, werden nicht
professionelle Helfer und Unterstützer- Innen für diese
Kinder mit Hetzkampagnen oder Kriminalisierung fertig gemacht. Gleichzeitig
werden immer wieder Forderungen einer strafrechtlichen Sanktionierung
(einer Bestrafung) von immer jüngeren Jugendlichen gestellt,
sodaß ihr Überlebenskampf in völliger innerer Zurückgezogenheit
oder auf der Straße sie zwangsläufig an den Rand der
"Legalität" zwingt.

Statt hier alles zu tun, damit Kinder und Jugendliche endlich die
ihnen zustehenden Fluchtrechte und Freiräume bekommen, die
derartige Gewaltakte gar nicht erst erzeugen, werden ihre pädagogischen
Zwangsjacken von Tag zu Tag enger geschnallt. Der Leidensdruck der
Betroffenen wird dadurch immer größer, weil - gefördert
durch diese künstlichen und willkürlichen Eingriffe -
die reale Sehnsucht nach Sinnlichkeit und Freiheit bei Kindern und
Jugendlichen immer größer wird. Politiker fordern immer
wieder, nach spektakulären Gewalttaten ein strafrechtliches
zur Rechenschaft Ziehen schon von 12- jährigen und noch Jüngeren.
Jugendlichen unter 14 wird eine Verantwortlichkeit für ihr
Handeln nur dann zugetraut, wenn (weil) es um ihre Bestrafung, um
die Einschränkung ihrer Freiheit und um die Aufrechterhaltung
ihrer Machtlosigkeit geht, nie aber um die Einführung von Rechten,
die ihnen mehr Selbsterfahrung, positive sexuell Erlebnisse, Unabhängigkeit
und damit auch Selbstschutz vor sie bedrängenden Erwachsenen
verschaffen könnten.
In
Frankreich erklärte kürzlich der "links" orientierte
Präsidentschaftskandidat Lionel Jospin im April 2002: "Ich
lehne Straflosigkeit ab. Jede Straftat muss ihre Sühne finden."
Das bedeutet eine tatsächliche strafrechtliche Verantwortlichkeit
ab 0 Jahre! Um einen sofortigen Erziehungseffekt zu erzielen, sah
Jospin für Kinder und Jugendliche gerichtliche Schnellverfahren
und - wie Chirac- geschlossene Anstalten vor. Damit tritt die "Links"-
Regierung in der Jugendpolitik und in der Strafjustiz bereits ganz
offen in die Fusstapfen rechter Politiker, deren Forderungen zur
Behandlung von "Kriminellen" ( insbesondere von "Sexualstraftätern")
sich von denen der Rechtsradikalen kaum noch unterscheiden. .
Eine grundlegende
Veränderung des Lern- und Schulsystems
sowie aller gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
zugunsten der freien Entfaltung von Kindern
und Jugendlichen muss endlich eingeleitet werden
Der
"Flurschaden", den die Gesetzgebung gegenwärtig dadurch
anrichtet, dass sie der heutigen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
voll hinterherhinkt und sie verleugnet, ist unermesslich. In den
letzten zwei Jahrzehnten verbesserten sich die Möglichkeiten
des Zugangs zu Informationen auch für Kinder und Jugendliche
enorm. Dadurch hat sich auch eine zunehmende Bedürftigkeit
"Minderjähriger" nach materieller Unabhängigkeit
und sexueller Freiheit, zweifelsfrei auch bezüglich ihrer Fähigkeiten
entwickelt, Verantwortung zu übernehmen.
Erziehende,
"Jugendhilfe" und "Jugendschutzgesetze" behandeln
Kinder und Jugendliche oft nach wie vor wie hilflose, kleine, dumme
und unwissende Wesen, die vor jedem Zugang zu finanzieller und jeder
anderen grundlegenden Eigenständigkeit und Freiheit "geschützt"
werden müssten. Immer mehr Jugendliche sehen nicht ein, dass
sie zu den Lebensbereichen, zu denen Erwachsene selbstverständlichen
Zugang haben, keinen Zugang haben dürfen. Einer dieser Lebensbereiche
ist die Sexualität, die immer mehr Jugendliche bereits in frühestem
Alter heimlich kennen lernen, deren Befriedigung ihnen die Erwachsenengesellschaft
aber offiziell vorenthält.
Welche
Quelle des Hasses sollte größer sein und grausamere Formen
von Gewalt auslösen, als diese? Der Fehler der Erwachsenengesellschaft
besteht darin, dass sie diesen Ursprung des Hasses und das Ausmaß
von Gewalt, das dadurch hervorgerufen wird, völlig ignoriert,
verleugnet und
.
unterschätzt
Solange
Mut und Entschlossenheit fehlen, hier eine ganz neue grundsätzliche
öffentliche Aufklärung und Diskussion zu beginnen, werden
die spektakulären Fälle der Gewalt von Kindern, Jugendlichen
und Erwachsenen dramatisch zunehmen. Wurde jemals eine Regierung
dafür vor einen internationalen Gerichtshof geladen, angeklagt
oder verurteilt, weil sie nicht unterscheiden will zwischen bestimmten
emotionalen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen und "sexuellem
Missbrauch" (und den Bedürfnissen von respektlosen Erzieher-
Innen, ihnen vorzuschreiben und zu definieren, welche Bedürfnisse
sie haben dürfen und welche nicht?
Wer
Kindern und Jugendlichen ihre elementaren Rechte vorenthält
und ihre Menschenrechte auf materielle Unabhängigkeit, auf
selbstbestimmtes Lernen, auf Aufenthalts- Selbstbestimmung, auf
Liebe, Geborgenheit, Erotik, Zuneigung, Sex und Zärtlichkeit
mit Füssen tritt und mit körperlicher und "sexueller
Abhängigkeit, Ausbeutung und Misshandlung" gleichsetzt,
braucht sich über die Folgen nicht zu wundern.
Lehrer
und Familienoberhäupter re(a)gieren teilweise wie "Feldherren".
Allein schon die Sprache sogenannter "Experten" ("Du
bist "minder"- jährig, "verhaltensgestört",
"verwahrlost", "hyperaktiv", "aufmerksamkeitsdefizitär",
"geistig behindert", "psychisch krank","unreif",
"pervers", "Du brauchst keine eigene finanzielle
Existenzabsicherung, Taschengeld reicht und das Kindergeld kassieren
die Eltern" usw. usw.) was insgesamt ihre Arroganz, Übermacht,
Gewaltfülle und Misshandlung gegenüber "Minderjährigen"
zum Ausdruck bringt, verurteilt die Betroffenen zur Sprachlosigkeit.
Deshalb reagieren viele von ihnen mit Wut, Hass, Rechtsradikalismus
und Gewalt.
"Das
"Wohl des Kindes" ist eine leere Floskel, in deren Namen
jede Erziehungs - Gewalttätigkeit gerechtfertigt erscheint.
Die Einführung des Begriffs "Kind" in Abgrenzung
und Abhängigkeit von Erwachsenen" ist eine künstliche
Erfindung des Industriezeitalters (Kapitalismus). Jugendämter,
die obige Sprache pflegen, sind unseres Wissens erst vor 100 Jahren
entstanden. Tatsache ist, daß sie im 3. Reich eine unsägliche,
furchtbare Rolle gespielt haben.
Meist
akzeptieren heutzutage viele Gerichte kritiklos von Jugendämtern
angelegte Akten über Kinder und Jugendliche und leiten damit
ungezählte Kinderschicksale ein. Die Kontrolle der Akteninhalte
durch die Öffentlichkeit ist weitgehend ausser Kraft gesetzt.
Auf ihre Ausgrenzung aus der Erwachsenenwelt reagieren viele Kinder
und Jugendliche immer entschlossener. Wurde jemals von "Experten"
über die Entstehung von Jugendgewalt dieser Aspekt öffentlich
diskutiert?
Wenn
es wahr ist, dass vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten
genommen werden, ihre immer frühzeitiger erwachenden Bedürfnisse
zu artikulieren und zu befriedigen, gibt es zu einem bestimmten
historischen (geschichtlichen) Zeitpunkt kaum noch Chancen, einen
daraus entstehenden "Flächenbrand" der gesellschaftlichen
Folgen einzudämmen und zu löschen.
Der
Text kann insgesamt kann von interessierten Zeitungen oder für
private Flugblätter übernommen werden.
Eventuelle Änderungen oder Kürzungen müssen mit dem
Herausgeber abgesprochen werden
Infos
und Kritik:
Telefon: 0911/266786
Postfach 810361, 90248 Nürnberg
info@jugendselbsthilfe.de
E.i.S,
v.i.S.d.P.: Harald Wilde, zur Schwedenschanze 15, 18435 Stralsund
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